Golf...Leser-Reaktionen
Wir freuen uns auf weitere Stimmen, konstruktiv, sachlich...
Johann Jessenk
Geneigter Leser,
ich bin Klosterneuburger, seit vielen Jahren aktiver Golfer und dem Golfsport zugeneigt. Ich unterstütze daher jede Initiative FÜR den Golfplatz in Klosterneuburg aus vielerlei Hinsicht.
Aus diesem Grund beschäftige ich mich auch mit den Argumenten der "Gegner".
Ich kann ja verstehen, dass man Argumente gegen ein solches Vorhaben sucht. Ich kann auch verstehen, dass es schwer ist wirklich greifbare Gegenargumente zu finden ausser, dass Natur in Mitleidenschaft gezogen wird oder sich der Strassenverkehr "entscheidenend" vermehrt.
Das wohl dreisteste Argument aber ist, dass es "pietätlos" sei neben dem Reha Golf zu spielen und damit die Versehrten kompromittiert.
Hat einer jener schon einmal ein Reha von innen gesehen?
NEIN! Denn das Reha besteht fast ausschleisslich aus Sporteinrichtungen, ist doch Bewegung und der damit verbundene Sport eines der entscheidensten Elemente der Wiederintegration von Versehrten in die Gesellschaft.
Habt ihr euch schon einmal gefragt warum man Blinde auf Schiern den Berg hinunter schickt, um Goldmedaillien furs Heimatland zu gewinnen?
Habt ihr jemals ein Rollstuhl-Basketballspiel gesehen? Mit welchem Eifer und Einsatz man da hart kämpft und dennoch fairen Sport zeigt? Die "Sitting Bulls" (http://www.sitting-bulls.at/) sind Teil des Klostereneuburger Basketballvereins, einer der besten und wohl der bekannteste in Österreich! Die Profis zB helfen dort in Trainingseinheiten aus - das sehen die Rollstuhlfahrer sehr gerne!
Und übrigens:
Jedes Jahr findet im Reha Weisser Hof ein Sportfest statt!
Apropos "pietätlos".
Golf steigt in den Versehrtensport ein! Siehe den folgenden Link:
http://www.golf.at/_img/pdf/International_Austrian_Disabled_Championship_2011.pdf
Dort kann man dann sehen wie sehr die Versehrten im Stande sind sich durch den Golfsport in die Gesellschaft zu integrieren. Sie als "aussenstehend" zu bezeichnen ist das falsche Argument. ... und so könnte man noch sehr lange weiter agrumentieren.
Viel schöner und wichtiger für unsere Stadt wäre es über Golf in der Stadt diskutieren zu können.
Sie merken schon - ich bin ein begeisterter Golfer und hoffe auf die Umsetzung
Golfplatz in Klosterneuburg?
Seit vielen Jahren geistert das Thema Golf in Klosterneuburg in der heimischen Presse herum. Immer wieder bilden sich dazu Gruppen, die sich schnell mit aller Gewalt gegen ein solches Projekt stemmen. Auch jetzt wieder kursiert ein Flugblatt, das zu einer Demo gegen einen Golfplatz im Raum Klosterneuburg einlädt. Es ist hochinteressant zu beobachten, wie schnell selbst vernünftige Menschen glauben, sich gegen etwas Neues zur Wehr setzen zu müssen.
Liebe Leute, bevor ihr zum Protest auf die Straße geht, schaut euch das Vorhaben (das ohnedies durch alle baurechtlichen Instanzen muss) einmal an! Laßt die Investoren – die sicher eine stattliche Summe investieren wollen – einmal zeigen, was sie auf die Beine stellen können!
Stellen sie ruhig kritische Fragen, aber protestieren sie nicht gegen etwas das sie gar nicht kennen und daher schon gar nicht wirklich beurteilen können!
Schätzungsweise 500 golfspielende Bewohner Klosterneuburgs (und es werden jährlich mehr) müssen heute tour/retour mindestens rund 40 km (Korneuburg-Tuttendörfl) oder viel mehr Kilometer in Kauf nehmen, um ihrem Hobby frönen zu können; glaubt es, sie würden liebend gerne dort spielen, wo sie zuhause sind! Einen Vorteil allerdings haben sie: Tanken können sie überall wesentlich billiger als in Klosterneuburg!
Selbstverständlich muss man sich die Belastung der Anrainer genau anschauen; hier ist genau zu planen, um diese so gering wie möglich zu halten. Nur soviel: es kommen in der Spielsaison (April bis Oktober) maximal durchschnittlich alle 10 Minuten 1 bis 3 Autos, die dann 4 bis 5 Stunden stehen um dann wieder abzuhauen, also eigentlich unbedeutendes „Mehr“ an Verkehrsaufkommen!
Aber auch die Wasserversorgung einer Golfanlage ist im Vorfeld genauestens abzuklären. Wenn auch hier ökologisch dosiert und mit Augenmaß vorgegangen wird, ist dem Bau eines Golfplatzes nichts mehr entgegenzusetzen.
Betrachten sie auch die vielen positiven Aspekte:
- Moderne Golfplätze werden heutzutage liebevoll der Landschaft angepaßt.
- Garten- und Golfarchitekten haben dazu viele neue Ideen. Ein Golfplatz ist nach Fertigstellung grünes Land mit saftigen Wiesen, Bäumen und Sträuchern;
- meistens werden Biotope das Gelände aufwerten; er wird die Augen aller Betrachter erfreuen!
- Ein Golfplatz befindet sich im freien Gelände, es wird nichts eingzäunt und wird durchaus von Spaziergängern und -läufern genützt werden können
Peter Tesar, Klosterneuburg/Kierling
Sehr geehrter Herr Hahn! Danke für Ihren Bericht... Die Gegner, so sehe ich das, haben keine Ahnung.......!!Habe vor einigen Jahren durch meinen Leserbrief etliche seltsame agrressive Antworten bekommen. Ich spiele erst seit 7 Jahren, bin aber ständig mit vielen kompetenten Golfern und Vertretern des ÖGV beisammen und in Verbindung und weiss um die Sache Bescheid. Ich würde mich, für Ihre Art der Mitgliedschaft interessieren.
PS.: Ausser wir bringen doch einen Platz zu Stande, dann würde ich wahrscheinlich wechseln!!!
Mit herzlichen Grüssen M.B.
Wir sind eine begeisterte Golffamilie und ich habe mit grossem Interesse den Artikel "Kein Platz für Golfer" in der Zeitung gelesen. Das Angebot, aber auch die Idee, klingt wirklich interessant und daher möchte ich Sie bitten mir detaillierte Unterlagen bzw. Informationen zukommen zu lassen.
J.J. Klosterneuburg
Mit Freude habe ich gelesen, dass Sie eine Golfsektion ins Leben gerufen haben. Als Golfer mit bedauerlicherweise zu wenig Zeit für diesen wunderbaren Sport möchte ich einen Neuanfang wagen und deshalb Ihrer Sektion im Segment Golf beitreten.
H.S. Klosterneuburg
Autorisierter Abdruck einer Korrespondenz:
Sehr geehrte Familie Dr. Rille !
Herzlichen Dank für ihr sehr freundliches und sachliches Antwortschreiben.
Ich habe keinerlei (finanzielle) Interessen an Golfplatzbauten, bin keiner dieser Lobbiisten. Mentoren oder Eiferer.
Gerne versuche ich, ad hoc einige ungeordnete Argumente für einen Outdoorsport zu finden. Erlauben sie mir bitte, dass ich nach einiger Zeit noch einige Gedanken nachliefere.
Ich war 35 Jahre Lehrer (in Linz, Biologie und Sport) und habe gesehen, dass Golf ein Sport mit vielen pädagogischen Chancen ist: fördert die Fairness, die Konzentrationsfähigkeit, die Beschäftigung mit der Natur, die Geduld…
Ich habe miterlebt, wie einige meiner Biologie-Kollegen und Kolleginnen vehement gegen Golfplatzprojekte aufgetreten sind (z.B. Sterngartl oder Weissenbach), und jetzt sehr angetan sind von der ökologischen Situation.
Sie haben vollkommen Recht damit, dass man objektiverweise zwischen dem Dünge- und Pestizideinsatz in der intensiven Landwirtschaft und einem naturbelassenen Lebensraum unterscheiden muss. Chemie ist teuer und wird in der Golfplatzpflege so sparsam wie irgend möglich eingesetzt.
Ich habe in Klosterneuburg-Weidling eine sehr liebe Bekannte, mit der ich mir das Gelände am Weissenhof angeschaut habe – natürlich ohne eine genauere biologische Bestandsaufnahme zu machen. Das Areal ist sehr schön und sollte von möglichst vielen Menschen genutzt werden können.
Als Lehrer habe ich mich mit Schülern immer wieder mit dem Thema Rehabilitation nach Traumata beschäftigt und habe sehr oft und lange mit den Betroffenen in der Betreuungsstelle in Hartheim gesprochen. Ich glaube die Lebenswelt dieser Menschen gut zu kennen. Das Argument, dass man diesen Menschen keine Golfer vor Augen führen darf, ist nicht ernst zu nehmen. Ganz im Gegenteil, hier wird die Möglichkeit für eine ganz einfache sportliche Betätigung auch bei starker Behinderung aufgezeigt und die Perspektive, Traumata zu bearbeiten, ist gegeben.
Im Schnitt wird ein Golfplatz pro Tag von April bis Oktober von etwa 80 Personen bespielt = etwa 40 Autos. Erscheint mir keine nennenswerte Belastung.
Ein Golfplatz bietet etwa 15 – 20 Personen einen Arbeitsplatz. Meist sind das Menschen aus der unmittelbaren Region, die mit Landwirtschaft zu tun haben.
Golf ist einer der weltweit meistbetriebenen Sportarten, der Golfverband ist der fünftgrößte Sportverband in Österreich. Für viele erscheinen die reichen, dicken Menschen in ihren großen Autos und karierten Hosen als Feindbild. Ich habe in Irland Frauen gesehen, die inmitten ihres Vormittageinkaufs ein paar Löcher Golf gegangen sind, weil für sie das Gehen auf einer Wiese mit Schlägern selbstverständlicher Bestandteil des Lebens ist. Und ich kenne auch kaum die vorhin beschriebenen karierten Männchen, sondern hauptsächlich Kinder und Jugendliche, die mit dem Rad zum Platz kommen und total begeistert dieses Spiel pflegen.
„Es ist schwieriger Vorurteile zu zertrümmern als ein Atom“ hat Einstein gesagt. Ich hatte auch Vorurteile gegen Golf – aber mich dann sehr objektiv mit allen Für und Wider beschäftigt. Und Adenauer hat gesagt: „Niemand kann verhindern, dass ich über Nacht klüger werde“.
Noch einmal vielen Dank für ihr freundliches Mail !
Ich freue mich auf einen weiteren Gedankenaustausch,
bis bald mit freundlichen Grüßen,
Erwin Rafetseder





